Lusitano

Herkunft: Portugal
Stockmaß: 155-165 cm
Mindestgröße für Hengste: 154 cm und für Stuten: 152 cm
Charakter: Kompaktes, tiefes und nobles Reitpferd im Quadratformat, mit der Fähigkeit zur starken Versammlung; enge Verwandtschaft zum Andalusier
Verwendung
Klassische Dressur, Fahren
Besonderheiten
Gangarten: Schritt, Trab, Galopp
Gangmechanik
erhaben, rund, deutliche Knieaktion, anmutig
Beschreibung
Dem Andalusier sehr ähnlich, aber weniger arabisiert als dieser, was besonders
an der konvexen Nasenlinier erkennbar ist. Der ausdrucksvolle, noble Kopf mit
den frommen Augen wird von einem ideal geschwungenen Hals getragen, der einer
guten Schulter entspringt. Die muskulöse Kruppe ist leicht abfallend und
ermöglicht die zur Hohen Schule notwendige Gewichtsaufnahme durch die Hinterhand.
Die Beine sind trocken, hart, mit relativ langen Röhren, welche eine elegante
Aktion verleihen. Alle Grundfarben, häufig Schimmel, Braune und Falben.
Der Lusitaner stammt wie der
Alter Real vom Andalusier ab, ist insgesamt aber ein viel zäheres Pferd. Es
ähnelt dem Andalusier, hat jedoch mehr arabisches Blut. Früher wurde es bei der
portugiesischen Kavallerie eingesetzt; wegen seiner großen Kraft nahmen aber
auch die Bauern den Lusitaner gern als leichtes Zug- oder als Reitpferd.
Seinen Ruf verdankt der Lusitaner wesentlich dem Umstand, dass er das Pferd der
Reioneadores (der berittenen Stierkämpfer) in den portugiesischen
Stierkampfarenen ist. Wie andere Pferde andalusischer Abstammung hat auch er
eine hohe Schrittaktion und eine sehr kräftige Hinterhand. Beim Stierkampf
werden die schnellsten und wendigsten Lusitaner eingesetzt; sie sind für die
besonderen Erfordernisse in der Arena leicht zu trainieren.
Da es als Schande gilt, wenn ein Pferd während des Kampfes von einem Stier
berührt wird, testet man seine Wendigkeit, seine Geschicklichkeit, seinen
Gehorsam und seinen Mut sehr sorgfältig.